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Ethrens Pergamente
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Geschichten und Abenteuer (1357 - 1366 TZ)
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1356 |
Spukhallen in Abendstern
Dies war mein erster weiterer Ausflug von Nathlekh in die schöne,
weite Welt.
Zusammen mit Dunaîn, Perseus, Grachgrim, Volkhavaar, Lissan, Szylla,
Ramirez und Gawain zogen wir durch Cormyr (ein schönes Land,
schneidige Leute... recht so!), um unsere ersten Erfahrungen in dem
beschaulichen Dorf Abendstern und seiner Umgebung zu sammeln.
Da in Cormyr ja alles seine Ordnung hat, ergab es sich, dass wir uns
offiziell anmelden mussten. Nur, wie meldet sich eine Truppe bunt
zusammengewürfelter Jugendlicher beim Dorfmaier? Ein Name musste her
- da könnte ja sonst jeder kommen. So wurden die "Nordrecken" in
Abendstern aus der Taufe gehoben und fanden ihren Weg in die
hochamtlichen Dokumente des Dorfherolden.
Bei der Namensgebung war ich übrigens abwesend - "Nordrecken..." Ich
komme aus dem Süden! Ok, inzwischen habe ich mich
daran gewöhnt, aber diskriminierend war es schon...
Die Spukhallen waren schon sehr spannend: halb verfallene,
unterirdische Räume, angefüllt mit Schätzen oder Plunder. Damals
konnte ich das noch nicht so recht einordnen. Unser Sir Gawain hat
auch prompt eine Hand in den Hallen verloren. Wir mussten uns von
unserem grössten Schatz trennen, um sie ihm wieder zu beschaffen.
Seither hat Fürstin Tessaril ein bezauberndes Bild in ihrem
Wohnzimmer hängen. Sozusagen eine bleibende Erinnerung an eine der
seltsamsten Abenteurer-Gruppen, die jemals durch Abendstern
gepilgert sind.
Seit dem Handverlust schuldete mir Sir Gawain einen Dienst. Ich
dachte, ich sei clever, und wollte mal schauen, was sich mit so
einer Schuld alles anstellen lässt... |
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1357 |
Die Krypta des Dunkelelfen
Nach Cormyr (Hallo Jelde), machten wir uns auf den Weg nach Yhaun,
um Szylla in ihrem Heimattempel abzuliefern. Danach wollte ich
weiter nach Süden, und der Rest der Truppe hatte auch vor, wieder
eigene Wege zu gehen. Aber daraus wurde nichts!
Ein kleines Mädchen war von einem dämonischen Wesen entführt worden,
und der verzweifelte Vater wusste keinen anderen Ausweg, als uns um
Hilfe zu bitten.
Natürlich halfen wir gerne - oder Sir Gawain half
gerne, der Rest der Nordrecken wurde erst gar nicht gefragt. Aber so
sind sie halt, die Paladine...
Auf der Suche nach dem verschwundenen Kind lief uns im Bogenwald ein
verlassener Turm über den Weg. Genauer gesagt, lebte sein Besitzer
noch, aber der war unterwegs nach Mirabar, wo er jenes Mädchen,
welches wir suchten zu einer Krypta bringen wollte, vermutlich um
sie dort zu opfern (Jungfrauen-Opfer stehen bei manchen Kulten ja
ganz hoch im Kurs). Wir also hinterher...
In Mirabar lief alles wie am Schnürchen: Der Bösewicht bekam sein
Fett weg und verstarb an den Folgen, und einen tollen Schatz gab es
dann auch noch. Leider waren manche meiner Kameraden zu gierig, und
bezahlten für ihre Gier mit dem Leben. Die Toten häuften sich, als
wir dann auch noch von einer Gruppe marodierender Gestalten
(Menschen?) angegriffen wurden. Mit den Toten sind wir dann erst mal
nach Tiefwasser geflohen. Aber mehr dazu im nächsten Kapitel.
Zurück zum Turm:
Da wir (trotz intensiver Suche) keine lebenden Nachkommen des
ehemaligen Besitzers finden konnten, haben wir beschlossen, das
ehrwürdige Bauwerk einfach zu behalten, und uns dort für die Zukunft
häuslich einzurichten.
Perseus, in seiner Eigenschaft als Erdwühler, hat sich auch gleich
an den Ausbau der unterirdischen Räumlichkeiten gemacht. Mir solls
recht sein, solange meine Salatköpfe nicht nach unten
durchbrechen...
Mit der Hinterlassenschaft des Vorbesitzers konnten wir uns auch ein
paar "Gags" im Turm einbauen lassen. Aber was - wird hier nicht
verraten. Besucht uns doch einfach mal! Ihr werdet schon sehen... |
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1357 |
Die Krone der Tiermeister
Auf dem Rückweg von Mirabar, es hatte die Nordrecken im Zuge des
letzten Abenteuers dorthin verschlagen, fielen einige unserer Gruppe
einem hinterhältigen Attentat zum Opfer... (natürlich waren die
Gegner in der Überzahl, mindestens 10 zu 1).
Als Dankeschön für aussergewöhnliche Heildienste, die wir nach
diesem Zwischenfall benötigten, mussten wir dem Selunetempel zu
Tiefwasser versprechen, die Krone der Tiermeister zu besorgen.
Nichts leichter als das! Auf nach Myth Drannor... wäre ja gelacht!
Dort habe ich dann zum ersten mal mein Leben verloren. Das klingt
jetzt lapidar, aber es hat praktisch alles verändert. Zuvor war ich
immer frei, ungebunden, und nur Chauntea verpflichtet. Jetzt habe
ich einen Dienst abzuleisten, für einen Tempel, dessen Gott ich
nicht einmal vom Hörensagen kenne. Das Leben ist komplizierter
geworden.
In meinem Tagebuch von damals steht:
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| Ich schaue Sir Gawains Ring an meiner Hand an - Zeugnis des
Dienstversprechens, welches ich ihm abgefordert habe. Es gibt da
so ein Sprichwort: "Was du nicht willst das man dir tut..." |
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Schliesslich haben wir es dann doch geschafft, die Krone zu
besorgen. Aber mir war nicht ganz wohl bei dem Gedanken, was die
Priester der Selune alles mit so einem hochmagischen Gegenstand
anfangen würden. Aber schliesslich gehörte Szylla ja zum Orden der
Selune, und schliesslich vertraut ein Nordrecke dem anderen...
(warum schauen jetzt alle plötzlich zu Boden???) |
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1358 |
Die Zeit der Sorgen
Nach dem Intermezzo in Myth Drannor zog es mich wieder zurück zu
meinem Zirkel (seltsam nicht? Vielleicht hing das mit den Hormonen
zusammen, denn normalerweise zieht es mich NIE zu meinem Zirkel).
Dieser Abschnitt war eben doch aufwühlender gewesen, als mir lieb
sein konnte. Ich war damals reif für eine Zeit beschaulichen
Dienstes welchen ich in Amry, einem kleinen Fischerdorf am Rande des
Sees der fallenden Sterne abzuleisten gedachte.
Das klappte auch hervorragend... bis eines Tages vier Sonnen sich
Morgens gen Himmel hoben. Die Zeit der Sorgen begann. Ich habe die
Mehrzahl der Ereignisse jener Monate willig aus meinem Gedächtnis
gestrichen. Ich wünsche mir, dass sie nie mehr wieder kommen...
diese Zeiten und die Erinnerung daran. Mehr braucht dazu nicht
gesagt zu werden. Wir haben jedenfalls überlebt, zumindest
körperlich. Für Szylla war es jedoch ein schwerer Schlag gewesen.
Sie hat nie mehr wirklich zu ihrem Glauben zurückgefunden. |
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1359 |
Myth Drannor II
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Ist es denn zu Glauben? Die Lathandriten sitzen mitten in Myth
Drannor!
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Ich hatte mich mit Sir Gawain auf den Weg gemacht, meinen
Dienst, den ich dem Hohepriester des "Schau - da - cool" versprochen
hatte, einzulösen. Da erfülle ich meine Pflicht, und Sir Gawain wird
die seine los. Ein fairer Handel - oder?
Alles was wir zu tun hatten war, einen Dämonen der neun Höllen
wieder ins jenseitige Reich zurückzubefördern. Das klingt ja
recht... die Elfen würden "straight forward" sagen.
Es wurde ein unlöblicher Ausflug. Über Sir Gawain
will ich jetzt keine weiteren Bemerkungen fallenlassen, und ich
selbst war schneller wie der Blitz wieder bei meinem Zirkel in
Guldmere.
Seltsam, immer wenn ich in Myth Drannor war, konnte ich hinterher
nicht schnell genug nach Amry kommen... Ob das wohl eine Krankheit
ist, die einen in dieser widerlichen Stadt befällt? Meinen Dienst
habe ich immer noch am Hals. Sir Gawain ist seinen los... aber ich
habe das unbestimmte Gefühl, dass das ganz gut so ist.
Ich hoffe, dieser Priester des "Schau - da - cool" versteht, dass
ich erst noch ein wenig älter werden will, bevor ich mich mit einem
solchen Vieh anlege. Der Priester heisst übrigens "Raven." Ein Name,
der unserer Szylla die Tränen in die Augen treibt.
Seit der Zeit der Sorgen hat sie auch irgendwie ein gestörtes
Verhältnis zu Männern. Komisch, dabei ist ihre Herrin, mit der sie
zürnt, doch eine Frau. Was hat das wieder mit uns Männern zu tun?
Manchmal verstehe ich die Frauen nicht so ganz... |
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1360 |
Unter Piraten
Aus meinem Tagebuch:
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Endlich Urlaub!
Die Talländer versinken in einem Krieg mit irgend einem Feind im
Osten.
Aber ich habe beschlossen, dass ich endlich einmal das tue, was
man von einem Druiden erwarten kann: ich gehe im Wald spazieren,
helfe den Fischern in Amry, und beschäftige mich mit Blumen und
Feldfrüchten. Angesichts der Meldungen aus den östlichen Städten
erscheint mir das wesentlich verlockender als die Beschäftigung
mit dem Schwert oder der Politik.
Plötzlich taucht Szylla auf... sie ist in einem furchtbaren
seelischen Zustand. Irgend was mit ihrer kleinen Farm und ihrem
Lieblingspferd. Man muss sich nicht mit Frauen auskennen, um zu
erkennen, dass die Gute kurz davor ist, sich selbst mit ihrem
heiligen Symbol zu erschlagen.
Ich verabschiede mich von meinem Zirkel unter dem Vorwand, dass
ich meine kleine Schwester suchen muss. Ich nehme Szylla mit,
damit die Gute mal auf andere Gedanken kommt. Eine kleine Seereise
zu den Inseln im Meer der fallenden Sterne ist sicher genau das
Richtige.
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Dieser Ausflug wurde dann doch recht aufregend. Leider hatte
sich Szyllas Vorurteil gegenüber Männern in der rauhen Welt der
Inseln nur noch mehr erhärtet. Ich machte mir Sorgen, sie entglitt
mir immer mehr.
Schliesslich kam es zu jener denkwürdigen Nacht, in der sie mit
Fremden sprach, die sich unserem Lager heimlich genähert hatten. Als
sie schliesslich heimlich aus dem Lager verschwand, folgte ich ihr.
Sie traf sich wieder mit den Fremden... Dann ging alles viel zu
schnell: ich konnte nur noch hilflos mitansehen, wie sie in einem
würfelförmigen magischen Gebilde, zusammen mit den Fremden
verglühte.
Ich habe sie seither nicht wiedergesehen. Sie hat sich jetzt einer
seltsamen Sekte angeschlossen, die in einer fremdartigen Stadt ihre
Lager unterhält. Volkhavaar hat mir ein wenig etwas erzählt, aber
das sollen euch Volkhavaar und Szylla (oder besser Cherry, wie sie
sich jetzt nennt) selbst erzählen, falls Ihr sie mal treffen
solltet.
Meiner kleinen Schwester geht es dafür umso besser. Sie ist eine
richtig selbstbewusste Frau geworden, und schippert mit einem Trupp
munterer Jungs über das Meer der fallenden Sterne. Falls es mir mal
zu langweilig an Land werden sollte, könnte ich es mir durchaus
vorstellen, einige Jahre auf See zu verbringen. Was wohl mein Zirkel
dazu sagen würde? Ok, ich gebe zu, es fehlt mir wirklich an dem
nötigen Respekt... |
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1361 |
In der Wüste
Unser Lissan stammt ja aus der Wüste, gleich hinter Dolchfall links,
sozusagen. Szylla stammt nicht aus der Wüste, aber, was ich lange
Zeit nicht wusste, eines der höchsten Heiligtümer ihres Ordens liegt
mitten in dieser Wüste. Was ich ebenfalls erst lange Zeit später
erfahren habe: sie war 1959 dorthin gepilgert.
Über seltsame Wege stehen wohl alle Dinge dieser Welt miteinander in
Verbindung. Jedenfalls erhielten wir Mitte '61 überraschend Besuch
von einer jungen Frau, die den weiten Weg aus der Wüste bis zu
unserem Turm gegangen war, um Hilfe zu holen.
Sie kannte entweder Lissan, oder Szylla, wen weiss ich jetzt nicht
mehr, und sie war verzweifelt. Ich war mal wieder einer der wenigen,
die im Turm zugegen waren, der Rest hatte "zu tun". Also, wer macht
die Arbeit? (Regieanweisung: Alle zeigen auf Ethren).
Es war ein äusserst interessanter Ausflug gewesen! Die Wüste ist faszinierend!
Und der grosse Salzsee erst... halt! Ich komme ins schwärmen...
In der Wüste selbst waren wieder einmal Typen von der Zentil-Festung
am Werk, und verstanden es hervorragend, Unruhe zu stiften. Zu allem
Überfluss auch noch in Zusammenarbeit mit Dunkelelfen. Ich bin mir
aber nicht sicher, ob die Zentilar dabei nicht den kürzeren
ziehen...
Um was es sich hierbei genau drehte, darf ich nicht verraten, weil
ich den Betroffenen versprochen habe, alles vertraulich zu
behandeln. Ich hoffe, Ihr versteht...
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1363 |
Der flammende Turm
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Die Nordrecken sind irgendwie nicht mehr die selben... neue
Gesichter kommen und gehen, die bekannten Gesichter werden fremd
und gehen auch. Meinen Dienst habe ich immer noch nicht
abgeleistet, und überhaupt... ich fühle mich einfach Scheisse...
Szylla und Dunaîn sind verschwunden, und Grachgrym und Gawain sind
tot! Und da gibt es noch dieses unglaubliche Pamphlet von diesem
Grossmaul Levion. Der soll sich mal hierher trauen! Dem Stopf ich
das Maul mit Stechpalmenblättern, bis ihm seine Lästereien
vergangen sind! |
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Die Jahre 1360-1362 waren einschneidend... viele neue Gesichter.
An manchen Tagen fragte ich mich, wer denn jetzt schon wieder durch
meinen Garten stiefelt. Die vielen neuen Namen: Barral, El Sayal,
Feynor, Flavius, Chip, Mormea, Tao Rhyn, Niun, Gal Farod, Sirrion,
Lothar, Voltar... ich weiss schon nicht mehr sicher, wer wann
dazugestossen ist. Mir schien es zuweilen, als ob unsere
Teleporterverbindung nach Tiefwasser Stadtgespräch sein müsste,
gemessen an der Anzahl an Personen, die zweitweilig aus unserem
Keller gewandert kamen.
Aber ich muss zugeben - an viele der neuen Gesichter habe ich mich
inzwischen gewöhnt. Vor allem an Gal, eine Mischung aus Grachgrym
und Dunaîn.
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Volkhavaar ist ständig in dieser seltsamen Stadt, in die es
jetzt auch Szylla verschlagen hat. Er berichtet von unglaublichen
Dingen, seltsamen Wesen und dergleichen mehr. Am Anfang hatte ich
den Verdacht, dass er sich vielleicht in meinem Kräutergarten
bedient - da wächst so einiges, was selbst einen brillianten
Verstand gehörig aus der Bahn werfen kann, aber inzwischen hat er
auch genügend Beweise mitgebracht: Es gibt sie wirklich, diese
Stadt in einer anderen Welt, in der alles irgendwie phantastisch
zu sein scheint.
Und auch Lissan kommt soeben aus einer anderen Welt zurück... (das
klingt irgendwie komisch nicht? Vielleicht ist es ja gar keine
andere Welt, sondern nur ein entlegener Winkel von Toril. Aber
egal, jedenfalls keine Gegend, die irgend jemand
zu kennen scheint.) Ich entnehme seinen etwas zerknirschten
Erzählungen, dass das letzte Unternehmen nicht nach Plan gelaufen
ist. Was mich aber aufhören lässt, ist seine Anmerkung, dass sich
in der Nähe von Dolchfall etwas schlimmes ereignet haben muss.
Da wir Nordrecken gewisse "Interessen" in Dolchfall haben, ist es
wohl das Beste, wenn ich mich mal dorthin auf den Weg mache.
Unseren grossen Strategen sind ja wieder einmal nicht greifbar.
Alles muss man selbst erledigen... |
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Dieser Vorfall war delikat, und trotzdem schnell gelöst.
Eine Gruppe aus der Zentil-Festung hatte ein Dorf überfallen, und
die Bevölkerung versklavt. Aber wir konnten das Problem lösen. Ich
will nicht verschweigen, dass Barral einen entscheidenden Anteil am
Erfolg hatte. Er hatte von einer seltsamen Sekte, die in dieser
Stadt, von der Volkhavaar immer erzählt, lebt (die aber wiederum
nichts mit der Sekte, mit der Szylla sympathisiert zu tun haben
soll), Schriftrollen erhalten. Wenn ich mich richtig erinnere, kam
er damals mit etwa 100 Schriftrollen unterm Arm hereingetrudelt.
Wir konnten einige der Sprüche sehr vorteilhaft einsetzen, und das
Zentarim-Lager existiert nun nicht mehr. Wir haben die Dorfbewohner
weggebracht, damit sie keinem Rachefeldzug zum Opfer fallen.
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1365 |
Wieder mal M. D.
So, unser Herr und Meister hat mal wieder ein neues Steckenpferd!
Volkhavaar (ich habe übrigens kürzlich von einem unserer
Nachwüchsler seinen neuen Spitznamen aufgeschnappt - "Der Ätzer",
vor Lachen wäre ich fast in meinen Teich gefallen... Der Ätzer...)
wie gesagt, Volkhavaar hat es sich in den Kopf gesetzt, jetzt
unbedingt irgendwas über Myth Dranor herausfinden zu müssen. Nun,
selbst hinzugehen wäre natürlich die einfachste Möglichkeit, etwas
herauszufinden... aber das wäre ja genaugenommen profan. Volkhavaar
hat seinen - ich sag mal "Azubi" - Sirrion beauftragt, mit einer
Gruppe fescher Kämpfer aufzubrechen und alles wissenswerte über
dieses stinkende Trümmerfeld herauszufinden.
Naja, Sirrion hat sich aufgemacht, und erst mal eine recht illustre
Gruppe zusammengepflückt. Wo auch immer er diese blauäugigen
Sprößlinge hergezaubert hat, weiß die liebe Gärtnerin alleine. Ein
Zwerg (du lieber Ginster - schon wieder ein Maulwurf) namens... ach
unwichtig! Ich könnte jetzt anfangen eine Namensliste (Yyl, Fulbor,
Marlea, Morella, wieso fangen eigentlich alle Frauen mit einem "M"
an?) aufzustellen aber jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, kann ich
mir das wieder sparen. Ist eh' die Hälfte nicht mehr übrig. Nein -
nicht gestorben (zumindest nicht erwiesenermaßen), aber
weitergezogen oder unter denkwürdigen Umständen irgendwie
verschwunden.
Natürlich könnte man sich Sorgen machen, wo die lieben
Leute denn hinverschwunden sind. Aber mit dem Sorgenmachen für
verschollene Kameraden komme ich derzeit sowieso nicht nach. Bei uns
geht es gerade zu wie auf einer Waldlichtung: der Wind weht Blätter
auf die Lichtung, und nur einen Atemzug später bläst er sie auch
schon wieder davon. Manche unserer "Söldner" habe ich nur einmal
gesehen - und dann nie mehr wieder. Wenn ich jetzt nicht
Dabeigewesen wäre (in M. D.) dann könnte ich mich einfach in mein
Kräuterbeet setzen und fragen: "Ja..., und was sagt der
Expeditionsleiter zu den Verlusten?" Aber leider war ich dabei...
zwar nicht als Expeditionsleiter - aber doch immerhin als
"Senior-Adventurer." Ach vergessen wir den ersten Ausflug anno 1365
einfach... Peinlichkeiten werden nicht besser, wenn man sie
ausbreitet.
Bemerkenswert ist außerdem Volkis Blutsturz, als er erfahren hat,
dass wir ein hochmagisches Buch an die Lathandriten verscherbelt
haben (gegen eine leuchtende Axt, eine handvoll sonstiger nützlicher
Waffen und Gegenstände und einige Heiltränke). Ich habe es ihm zwar
abgeschrieben, aber natürlich ohne die Arkani die sich auf den
Seiten befanden. Mit ein wenig Phantasie kann man sich die ja
dazudenken... (Volki guckt gerade, als ob er mich rösten wolle...
oder wie war das? Verätzen?). Naja, irgendwie mußten wir ja unsere
verbrannten Waffen und Ausrüstungen wieder ergänzen, nachdem so ein
fieser Sack uns aus dem Hinterhalt in Flammen aufgehen lies.
Abgefackelt... und das mir! Die Welt hat einfach keinen Respekt mehr
vor Druiden.
Nachtrag: Ich habe inzwischen gehört, daß auch die Vermissten
irgendwo wieder aufgetaucht sind... also keine wirklichen Verluste
zu beklagen...
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1365 |
Myth Dranor V (... pack die
rosa Scheibe ein)
Man kann mir vorwerfen, daß ich nie etwas lerne... warum lasse ich
mich nur immer wieder überreden? Ich bin einfach eine vertrottelte
Sumpfwurz! Ich hätte es wissen müssen! Ich bin wieder in Myth
Drannor. Mit dieser Stadt ist es so wie mit Sahnetorte: Jedesmal
wird mir schlecht davon, aber jedesmal lasse ich mich wieder darauf
ein! Es ging genauso los, wie der vergangene Besuch in Myth Drannor
geendet hatte: chaotisch vom zweiten Tag an, ohne festes Ziel vor
Augen und mit jeder Menge Befürchtungen in der Hose. Sirion als
Expeditionsleiter, und wieder ein illustrer Trupp beisammen, den ich
irgendwie zusammenhalten soll (also nicht moralisch oder
weltanschaulich, sondern eher körperlich-geistig...).
Ok, in M.D. wackeln gerade wirklich die Wipfel, und die Feuerbälle
fliegen tief, aber warum müssen wir uns gerade mitten in den
aufziehenden Sturm stellen? Und nur, weil wir dieses blöde Buch an
die rosa Jungs abgedrückt hatten. Eigentlich ging es zunächst nur um
die Erforschung des ewigen Frühlings in M.D. Da hat Volki einfach
einen Narren dran gefressen. Er will es unbedingt wissen.
Im
Gegensatz zum letzten mal kamen wir dieses mal sogar voran! Und
dabei kamen wir dann auf das Geheimnis des Buches, welches wir so
sorglos weggegeben hatten. Garstiger Brombeerbusch! Als es uns klar
wurde, was das alles bedeutet, wurde ich spontan depressiv.
Hier kurz eine Seite aus meinem Tagebuch |
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An Volki:
Also - wir leben noch alle (fast - unser Chef ist mal wieder
ohnmächtig), aber spaßig ist das nicht gerade. Wir müssen dieses
Buch wieder besorgen, welches wir beim letzten Besuch an die
Lathandriten verscherbelt haben. Vielleicht kann ja dieses
Großmaul Levion was für uns tun. Jetzt, wo er doch so erleuchtet
ist kann er ja mal zur Abwechslung etwas Licht auf unsere Dummheit
scheinen lassen. Besorg dieses Buch wieder, und bring' es in
Sicherheit! Levion wird schon wissen, wo... das schreibe ich hier
jetzt nicht rein, es gibt einfach zu viele neugierige Schnüffler
auf Faerun.
Hinter den komischen Geschehnissen stecken nicht nur diese
Mistviecher aus der Hölle, sondern auch noch ein paar vertrottelte
Tyrannos-Kult-Überbleibsel. Der Raven-Tempel ist von den
geflügelten Fettsäcken geschleift worden, und die Lathandriten
haben ihren rosa Stein eingepackt und haben sich vom Acker
gemacht. Außerdem gibt es da noch was... aber dazu mußt Du meine
Gedanken lesen, denn darüber sprechen kann ich nicht, und darüber
schreiben will ich nicht.
Außerdem ist uns Mormea abhanden gekommen - dafür ist jetzt
Morella wieder da! Habe ich Dir schon gesagt, daß mir dieser Ort
langsam auf die Eier geht? Ich werde den Verdacht nicht los, das
hinter jedem Busch bezahlende Zuschauer sitzen, und sich ob
unserer ungläubigen Blicke (und meiner Wutanfälle) vor Lachen
bepinkeln.
Außerdem sitzt jetzt Ravens Trupp in meinem provisorischen Garten
und hat seine Zelte in meinem Rosmarinbeet aufgeschlagen... meine
Nerven! Unseren eisenern Vorrat an Heiltränken haben sie auch
entdeckt und schnell mal leergesoffen. Wie soll man da einen Krieg
gewinnen? Wenigsten taugt der Trupp dieses mal mehr wie der
letzte. Der Zwerg hat sich doch ganz gut gemacht, und auf Lothar
ist verlaß, wie immer. Nur Pradesh ist mir mit seinem komischen
Schwert manchmal ein bisserl ungeheuer. Nun, Sirrion - wie gesagt,
der ist wieder mal niedergeschlagen worden.
Hier ist echt der Teufel los - die haben Straßen
gebaut, die Gargoylen rausgeschmissen, und auch sonst noch alles,
was sie gestört hat. Jetzt bauen sie so einen komischen Torbogen.
Außerdem haben sie Buch Nummer zwei (von den dreien). Der
Elfenprinz hockt bei Elminster und hofft auf ein Wunder... langsam
verstehe ich, warum die Elfen aussterben.
Also, kümmere Dich um das Buch - das ist wichtig!
Wir kümmern uns solange um die menschlichen Teufel hier...
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Leider verlief dann nicht alles so prickelnd wie ich mir das
ausgemalt hatte...
Aus dem einen Buch wurden mehrere Bücher, und die Welt kompliziert.
Sirion ging um Rat suchend zu Volki, legte sich abends ins Bett, und
wachte am nächsten Morgen nicht mehr auf... Seither sind wir ohne
Chef. Volki war unabkömmlich, konnte sich nicht um Sirion kümmern,
wußte auch sonst erst mal keinen Rat und hat sich (wenigstens) um
die Unterbringung eines der Bücher gekümmert. Das andere sollte von
einer kleinen Eingreiftruppe wiederbeschafft werden. Ich habe
seither aber nichts mehr davon gehört.
Nachdem unser Chef weg war, verschwand auch Morella wieder -
fatalerweise weiß ich nicht mal mehr, wann genau und unter welchen
Umständen. Sie war plötzlich nicht mehr da. Und irgendwie hat es
keinen ernsthaft bekümmert. Diese Stadt, und was sie mit uns macht,
ist zutiefst widernatürlich! Ich bin mir auch sicher, dass es da
irgendwo in meiner Erinnerung einen Bruch gibt, oder ein "falsches"
Geschichtsstück oder was auch immer. Jedenfalls war auch plötzlich
der Zwerg weg, ohne dass ich sagen könnte, wann und wie. Oder wirft
mir heimlich jemand ein Kraut in die Suppe?
Dafür haben wir wieder einen neuen Namen in der Truppe. Ein Mädel
das so heißt wie ein Frühstücks-Brotaufstrich. Sie hat sich ziemlich
schnell Raven an die Brust geworfen. Logisch, die stärksten Wölfe
schnappen sich immer die Weibchen. Pech für die restlichen Männer.
Und da ich jetzt gerade im Turm bin, kann ich sogar das vorläufige
Ende hier kurz berichten: Wir haben versagt. Natürlich haben wir
versagt. Wir versagen ja jedesmal, haben also schon viel Übung
darin. Und jedesmal, wenn man etwas wiederholt, was man sowieso gut
kann, klappt es beim nächsten mal noch viel besser und schneller.
Ich erwarte also, dass wir in Zukunft noch grandioser und
zielstrebiger Versagen werden, als bei all den malen zuvor. Das ist
die reife Frucht beständigen Übens. Sie platzt und läuft einem als
klebriger Saft über die Finger...
Jedenfalls wurde dieses ominöse Tor fertig, trotz all des heroischen
Sabotageaufwands, den wir trieben. Und der Chef der Fettsäcke ist
durchgehüpft - und weg war er. Die Hälfte unserer Truppe ist gleich
hinterhergehüpft (Gal, Pradesh, Lothar). Formidabel, heroisch und
ansonsten unvorbereitet und planlos. Die andere Hälfte
(Brotaufstrich, Raven und ich) waren solange beim Ablenkungsmanöver
und konnten aus rein räumlich-zeitlichen Gründen nicht
hinterherspringen... was wir sonst sicher spontan getan hätten. Ich
wäre dabei zwar ebenso spontan depressiv geworden, aber die Nordrecken
haben eine Neigung, eine Art karmischen Zwang zu
Kurzschlusshandlungen, die sich hinterher nur noch schlecht
korrigieren lassen. Als wir dann am Ort des Geschehens (nach
siegreicher Schlacht immerhin - ich bin meinen Dienst los!),
also bei diesem Tor eintrafen, hätten wir zwar noch Gelegenheit für
einen gewagten Loyalitätssprung ins Ungewisse gehabt, aber... nun...
sagen wir mal, wir waren einfach nicht in der Verfassung für solch
ein unüberlegtes Experiment.
Und jetzt ist die Hälfte des Trupps weg, und niemand will Schuld
sein. Und die die übrig sind, dürfen sich jetzt um die
Wiederbeschaffung der verlorenen Kameraden kümmern! Die Betonung
liegt auf dürfen. Hierzu noch eine Seite aus meinem Tagebuch:
Wenn von den Nordrecken nicht sowieso schon irgendwie nicht
mehr viel übrig wäre, würde ich diesen Job jetzt eindeutig
abgeben. Aber es ist ja sprichwörtlich keiner mehr da!
Wo sind die
denn alle? Kann mir das einer sagen? Manchmal kommt es mir so vor,
als ob Volki und ich im Turm vor uns hinträumten, wärend der Rest
der Welt sich plötzlich ins Elysium davongemacht hat. Irgendwann
hat Volki dann hochgeguckt und festgestellt: "Upps... alle weg."
Ich bin hinter meinen Büschen vorgekommen, habe gerufen "auf
geht's Jungens und Mädels!" nur um festzustellen, dass außer Gal
und Lothar, die sich schwerfällig erhoben, nur noch leere Stühle
im Wind wippten. Genau so kommt es mir vor!
Die andern feiern
irgendwo Feste, fressen, saufen und lachen sich tot, während wir
auf einer kargen Insel um die Palme tanzen und hoffen, dass die
Kokosnuss fällt.
Ach, was solls... (Regieanweisung: Ethren schleift seinen Speer
hinter sich her und begibt sich lustlos Richtung Ausgang. Kurz vor
dem Ausgang stolpert er über den Rand seiner Tunika und fällt
hinaus).
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1366 |
Ins Zeitalter von...
So. Jetzt gehts rund. Wir retten unsere Kameraden. Wir sind alle, alle
hochmotiviert und machen uns voller Elan an die Rettungsaktion. Und
Volki, ja auch du mein Zauberer, auch du kommst dieses mal mit! Wir
gehen - die letzten der Nordrecken, und wir kehren nicht wieder, ehe
wir nicht mindestens wieder fünf sind. Das wäre ja noch mal schöner!
Einst zu siebt gestartet, und im Laufe von gerade mal zwei Dekaden
auf vier geschrumpft. Das nenne ich mal eine Erweiterung!
Ich habe die Kladde für den nächsten Bericht jetzt mal hergerichtet.
Wir konnten es uns ja bis heute nicht leisten, einen
Heralden, Schreiber oder sonstigen Geschichtsverdreher in die
Dienste zu nehmen, weshalb der Bauer die Berichte schreibt. Auch
gut. Jeder mache das, was er am besten kann. Volki darf sich
demnächst um unsere Esel kümmern. Dann hätten wir wirklich alle
Fähigkeiten bestmöglichst verteilt. Der kleinste Spross auf jeden
Pfropf. |
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1366 |
Ins Zeitalter von...
Tagesbotschaft
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Hi, ich bin's, Ethren...
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Hallo Raven,
nachdem ja kein anderer der Nordrecken mehr übrig ist, schreibe ich halt Dir.
Irgend jemandem muss man ja letzte Botschaften hinterlassen.
Außerdem haben wir ja Brotaufstrich dabei. Also geht's Dich ja
auch was an.
Wir haben es geschafft... wir sind angekommen - im Weizenfeld.
Es hat mal wieder gar nichts so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten.
Aber wir sind da - und das zwei Tage vor dem Vortrag.
Ich bin guter Dinge, dass wir die Jungs hier abfangen können. Und wenn der
Nordrecken-Resttrupp dann wieder glücklich vereint ist, dann
können wir uns die nächsten Fragen stellen.
Die erste wird sein: wo gibt es was zu Essen? Ich verwette meinen Rosenbusch drauf!
Und wenn wir dann wieder sinnlos unsere Wänste vollgestopft, haltlos unseren
Besitz auf dem Markt unter das Volk geworfen und uns mit unnützem Kram vollgepackt haben,
dann... erst dann werden wir uns die Frage stellen: wie kommen wir zurück?
Und jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wo ich diesen dussligen Fetzen von
Pergament unterbringe, damit Du ihn in ein paar tausend Jahren findest.
Ich glaube, dass wird der Beginn eines wunderbaren Abenteuers...
Tschuess
Ethren (von Guldmere)... |
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